Dieser eine Moment

Dieser eine Moment

Jede Familie kennt ihn. DIESEN einen wundervollen Moment, der dein Leben verändert, in dem du dein scheinbar gesundes Kind zum ersten Mal in den Händen hältst - unbeschreiblich, überglücklich, Träume sind wahr geworden! Leider kommt es oft anders als man denkt und sich erträumt.


Als unser Sohn ein gutes Jahr war, konnten wir bereits sehr große Defizite zu gleichaltrigen Kindern feststellen. Er konnte nicht sitzen, nicht krabbeln, konnte sich nicht wirklich ausdrücken, keinen Löffel halten, geschweige denn zum Mund führen.

Zu diesem Zeitpunkt wollten wir es dennoch nicht ganz wahr haben, dass etwas nicht stimmt.

Vom Kinderarzt wurden wir immer wieder beruhigt und auch nicht wirklich ernst genommen. „Er ist noch in der Zeit“, „nur entwicklungsverzögert“, „jedes Kind entwickelt sich in seinem Tempo“! 

Als wir jedoch mit 15 Monaten immer noch keine wesentlichen Fortschritte bei unserem Sohn feststellen konnten, ließen wir bei dem Kinderarzt nicht locker und wollten der Sache auf den Grund gehen.

Ja da begann sie, unsere Ärzte-Odyssee! Von A nach B und weiter zu C… Überall war alles „in bester Ordnung“. Ein Jahr später die vorerst letzte Untersuchung - die Genetik! Auch hier sahen wir wenig Chancen endlich eine Antwort zu bekommen. Wir wurden eines Besseren belehrt. Nach 3 Monate warten, wurden wir in die Praxis bestellt. 


Und da war er wieder, DIESER eine Moment, der dein Leben von einer Sekunde auf die andere verändert. Der Moment, der dir den Boden unter den Füßen wegreißt.

Gefühle, die man nicht beschreiben kann. Trauer, Wut, Zorn, Hilflosigkeit, geplatzte Träume, Tränen, die Frage nach dem „Warum“ und vor allem Angst vor der Zukunft!

Wir wollten es nicht wahrhaben, konnten es einfach nicht verstehen und akzeptieren. Warum? Warum ist unser Kind nicht gesund? Selbstzweifel, Recherchen - alles brachte uns nicht weiter und so vergingen sehr viele Tage und Wochen, in denen man einfach nur funktionierte. Funktionierte für das Kind, funktionierte, damit niemand merkt wie es wirklich in einem tief innen drin aussieht, funktionierte, um diese Diagnose irgendwie zu verarbeiten oder zu verstehen.

Trotz alledem waren wir erleichtert. Erleichtert endlich Gewissheit zu haben, dass wir uns nicht getäuscht haben, dass etwas nicht stimmt. Erleichtert, dass man mit einer Diagnose endlich Hilfe und Unterstützung bekommt und erleichtert, dass die Suche endlich zu Ende war.


Jetzt, über eineinhalb Jahre später, hat sich unser Leben komplett verändert. Therapien, Frühförderung, Arzttermine. Ja das zerrt manchmal sehr an unseren Kräften. Und ab und zu kommen wieder Sorgen und Ängste; „Was wird in der Zukunft sein“?

Doch dann sehen wir unseren Sohn, wie er kämpft und jeden Tag aufs Neue Sachen lernt, wie wissbegierig und neugierig er geworden ist. 

Wir sind so unendlich dankbar für seine riesengroße Lebensfreude, dass er sich so gut und positiv entwickelt und die Welt eben in seinem Tempo und mit seinen Augen entdeckt. 


Unser Sonnenschein zeigt uns, was wirklich wichtig ist im Leben und wie unbeschwert alles sein kann. Er hat unser Leben bereichert und tut es jeden Tag aufs Neue!

Wir lieben dich und das von ganzem Herzen!

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