Welt-Autismus-Tag 2025
Manchmal schauen wir unser Kind an und fragen uns, wie seine Welt aussieht.
Eine Welt ohne gesprochene Worte. Ohne die Möglichkeit zu sagen, was er fühlt, was er braucht, was ihm wehtut.
Wir sehen es in seinen Augen – da ist so viel, was er uns mitteilen möchte. Doch die Worte kommen nicht. Stattdessen kommen Tränen, Wut, Verzweiflung. Und wir stehen daneben und versuchen zu verstehen.
Wenn er immer wieder dieselbe Bewegung macht, dasselbe Geräusch von sich gibt, auf demselben Gegenstand besteht – dann ist es nicht einfach nur eine Marotte. Es ist seine Sicherheit in einer Welt, die so oft zu laut, zu schnell, zu unverständlich für ihn ist.
Wenn er schreit, weil wir das Falsche tun – nicht, weil er es uns gesagt hat, sondern weil wir es einfach hätten wissen müssen. Wenn er sich zurückzieht in seine eigene Welt und wir nicht wissen, wie wir zu ihm durchdringen können.
Es gibt Tage, an denen wir verzweifeln.
An denen wir nicht mehr wissen, was er von uns braucht.
An denen wir uns fragen, ob wir genug für ihn tun.
Aber dann gibt es diese anderen Momente.
Wenn sein Blick sich für einen Moment klärt und wir wissen: Jetzt hat er uns verstanden.
Wenn er mit seinem Lächeln alles sagt, wofür er keine Worte hat.
Wenn er seine Hand in unsere legt – einfach so.
Wenn er einen Schritt weitergeht, den wir nie für möglich gehalten hätten.
Heute, am Welt-Autismus-Tag, denken wir an all die Kinder, die nicht in unsere Welt passen müssen – sondern die uns jeden Tag lehren, dass ihre Welt genauso wertvoll ist.
Und an all die Familien, die lieben, ohne immer zu verstehen. Die kämpfen, auch wenn es oft aussichtslos scheint. Die nicht aufgeben, auch wenn die Kraft fehlt.
Ihr seid nicht allein!